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Eigentum: der abgesagte Traum einer Generation

01. August 2026 · 4 Min.

Für unsere Eltern und Großeltern war die eigene Wohnung oder das eigene Haus der Beweis, dass sich Arbeit lohnt: Man spart, man zahlt ab, irgendwann gehört einem etwas. Für viele unter 35-Jährige ist dieser Weg heute praktisch versperrt – nicht, weil sie weniger leisten, sondern weil sich die Rahmenbedingungen verschoben haben. Wer heute Eigentum fordert, wird schnell belächelt. Wir finden: Die Frage, warum das so ist, verdient eine ehrliche Antwort statt Achselzucken.

Wie der Markt eng gemacht wurde

Kaufpreise sind das eine, aber sie sind nur die Oberfläche. Darunter liegt ein System aus Bauvorschriften, langwierigen Genehmigungsverfahren, begrenztem Bauland und einer Grunderwerbsteuer, die in Deutschland zu den höchsten in Europa zählt. Jede einzelne Regel für sich mag gut gemeint sein – Klimaschutz, Verkehrssicherheit, Nachbarschaftsschutz. In der Summe sorgen sie dafür, dass Bauen langsamer, komplizierter und teurer wird, während die Nachfrage nach Wohnraum in den Städten weiter steigt. Wenn Angebot künstlich verknappt wird, steigen die Preise – das ist keine Ideologie, das ist Marktmechanik.

Was andere Länder anders machen

Der Blick über die Grenze zeigt: Es geht auch anders. Länder mit schlankeren Genehmigungsverfahren und mehr Flexibilität bei der Baulandausweisung bauen tendenziell schneller und günstiger. Das heißt nicht, dass jede Regel dort besser ist – aber es zeigt, dass ein Teil des deutschen Problems hausgemacht ist, nicht schicksalhaft. Wer glaubt, hohe Preise seien allein eine Folge globaler Kapitalmärkte, blendet aus, wie viel Kostenblock allein durch heimische Bürokratie entsteht.

Drei Hebel, über die wir reden sollten

Erstens: weniger Bürokratie beim Bauen – schnellere, digitalisierte Genehmigungsverfahren statt Verfahren, die sich über Jahre ziehen. Zweitens: gezielte Entlastung beim Ersterwerb, etwa ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für die erste selbstgenutzte Immobilie, statt Subventionen mit der Gießkanne. Drittens: mehr Bauland konsequent freigeben, statt Verdichtung ausschließlich über neue Vorschriften erzwingen zu wollen. Keiner dieser Punkte gehört einer Partei – es sind Stellschrauben, über die man reden kann, ohne gleich in ein Lager einsortiert zu werden. Wir wollen diese Debatte, weil „Eigentum ist heute halt nicht mehr für alle" keine Antwort ist, mit der sich eine ganze Generation abfinden sollte.

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